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Rollen
Was für die Trolling-Ruten gilt, gilt auch für die Rollen: will man das Schleppfischen erstmal kennen lernen, so reicht es vollkommen aus, mit vorhandenem Gerät im Flachwasserbereich z.B. ein paar Wobbler durch das Wasser zu ziehen. Hierzu genügen kräftige Stationärrollen, wie sie z.B. auch bei der Küstenangelei auf Meerforelle und Dorsch verwendet werden.

Hat man sich entschieden in eine dem Schleppfischen angemessene Trollingausrüstung zu investieren, so gibt es bei der Rollenart nur eine Wahl: Multirolle! Stationärrollen wären den Dauerbelastungen beim Schleppfischen nicht lange gewachsen, und würden schon nach kurzer Zeit schlicht und einfach kaputt gehen.

Empfehlenswert sind Multirollen der mittleren Größe mit einer Schnurkapazität von ca. 350 – 400 m 40er Monofil. Ob die Rollen eine Schiebe- oder Sternbremse besitzen ist eher Geschmackssache. So auch die Frage, ob ein Linkshandmodell besser ist als ein Rechtshandmodell. Sehr Hilfreich sind Rollen mit einem LineCounter (Zählwerk). Speziell beim Schleppfischen mit Divern und Planern ist es sinnvoll zu wissen, wie viel Schnur ausgelassen wurde. Lediglich an den Downriggerruten kann man auf die LineCounter verzichten, da hier i. d. R. die Schnur nur wenige Meter von der Rolle gelassen wird.

Weitverbreitete Rollentypen sind:


 

Shimano TR 2000 LD Charter Special

Okuma Magda Pro 30 DX 

 Daiwa Sealine SG 27 LC 

Daiwa Sealine SG 47 LCA

 ABU 7000 C4 LD 

Wir fischen selber u.a. mit der Daiwa SG 47 LCA und an den DR-Ruten die Shimano Charter Special und können diese Rollen aufgrund der hervorragenden Verarbeitung weiter empfehlen. Die Magda Pro von Okuma ist sicherlich eine günstige Alternative, bei uns an Bord zeigten sich aber schon nach kurzer Zeit bei allen eingesetzten Rollen Probleme mit dem Zählwerk.

Tipp: Auch wenn viele der angebotenen Rollen als „absolut salzwasserfest“ oder „seefest“ angeboten werden, so solltet Ihr diese nach dem Einsatz zu Hause trotzdem spülen. Wir haben festgestellt: „salzwasserfest“ gibt es nicht wirklich. Jede Rolle fängt an rumzuzicken, wenn Ihr sie lediglich im Salzwasser badet! Und bei Preisen von ca. 130 € (für die Daiwa SG 47) schont die Spülung und Ölung Euren Geldbeutel.

Bei der Schnurwahl entscheiden sich wohl die meisten Schleppangler in unseren Breiten – wo der Zielfisch i. d. R. die Meerforelle ist -  für 35er – 40er Monofile. Beim Lachsschleppen vor Rügen oder in den skandinavischen Revieren werden durchaus auch Stärken von 45er selten sogar 50er verwendet. Als gute monofile Schnur haben sich die Shimano Beastmaster, die Quantum Sea Line sowie die Berkley Trilene  bewährt. 

Als Alternative kann man auch geflochtene Schnüre nutzen. So fischen schwedische Trolling-Guides gerne mit bis zu 0,36 mm Multifil (z.B. Power Pro). Der Hauptschnur wird dann i. d. R. als Schockabsorber und zur Verringerung der Scheuchwirkung ca. 10 m Fluocarbon vorgeschaltet. Vorteil hierbei soll die höhere Bissausbeute besonders bei lang ausgelegten Ködern sein, denn durch die geringere Dehnung wird der Fisch beim Anbiss besser gehakt. Unterwasseraufnahmen mit der Lurecam haben zudem gezeigt, dass nur ca. jeder 10 Fisch, der den Köder attackiert, auch gehakt wird. Und viele sehr feine Bisse, werden an der Rute gar nicht angezeigt. Daher bietet die geflochtene Schnur vielleicht die Möglichkeit, den einen oder anderen „nippenden“ Fisch doch noch zu fassen. Ein weiterer Vorteil ist die „Direktheit“ des Drills. Auch eher verhaltene Fische bieten durch die geringe Dehnung der geflochtenen Schnüre einen unmittelbaren Drill – was aus „betriebswirtschaftlichen Gründen“ bei den Guides nachvollziehbar ist. Die oft geäußerte Befürchtung, die Geflochtene könnte z.B. bei dem Einsatz von Slide-Divern durchrutschen, können wir nicht bestätigen. So zeigt sich auch in unseren heimischen Gefilden eine zunehmende Verwendung von Geflecht besonders bei der Fischerei mit Tauchscheiben. Insbesondere bei Dipsy-Divern ist aber dringend die Anwendung von sog. Snubbern empfohlen (s. Rubrik Tauchhilfen), die der Montage eine Dehnung geben und die starre Tauchscheibe nicht zum Aushebeln des Fisches führt.

 Doch hat der Einsatz von Geflecht auch Nachteile z.B. den zusätzlichen Verbindungskonten von der Hauptschnur zum „Vorfach“ – bei  einer Vorfachlänge von ca. 10m! Auch der hohe Preis, sowie die „Steifheit“, mit der einige geflochtene Schnüre besonders bei sehr niedrigen Temperaturen daher kommen – bis hin zum „Einfrieren“ der Schnur, aber auch die mangelnde Dehnung, die besonders bei kapitalen Fischen zum Ausschlitzen der Haken führen kann, sollte bei der Wahl der Schnur berücksichtigt werden. Auch ist es uns schon passiert, dass bei größeren Fischen, die geflochtene Schnur dazu neigt, in das Schnurpaket auf der Rolle einzuschneiden. Zudem ist es fraglich, ob sich die Geflochtene am Downrigger aufgrund der kurzen Schnurlängen lohnt – an den lang laufenden Ködern ist sie zumindest ein Versuch wert. Auf alle Fälle sollte eine geflochtene Schnur verwendet werden, die einen möglichst runden Schnurquerschnitt aufweist, damit sich auch unter großen Belastungen die Schnur nicht in die darunter liegende Schnur auf der Spule schneidet. Außerdem wird somit verhindert, dass z.B. beim Slide-Diver die Schnur durchrutscht oder bei Anwendung am Downrigger und Boards ungewollt aus dem Clip gezogen wird.

Kurz noch zur Schnur und zwar dazu, mit welchem Knoten man diese an der Spule der Multirolle befestigt. Hierzu eignet sich hervorragend der sog. „Arbor Knoten“ (Quelle). Weitere Knoten findet Ihr hier.

 

Letzte Aktualisierung ( Monday, 27. August 2007 )
 
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