Top Module Empty

Stichwortsuche

Besucher

Heute 33
Gestern 150
Seit 1/2007 410799
Clicks heute 127
Clicks gestern 845
Aktuell 1 Gast online

Home arrow Ruten
Das sollte jeder Schleppangler wissen...
Dieser einführende Beitrag zum Schleppfischen nennt und zeigt kurz die Zielfische und einige Fische des Beifangs beim Schleppangeln auf der Ostsee. Außerdem gehen wir der Frage nach, warum sich Fische überhaupt für unsere Schleppangelköder interessieren und was wir daher beim Schleppangeln bedenken sollten.
 
Fische (Pisces) sind wechselwarme, fast ausschließlich im Wasser lebende Wirbeltiere mit Kiemen. Etwa die Hälfte aller Wirbeltierarten sind Fische, die ältesten bekannten Fossilien sind rund 450 Millionen Jahre alt. Man unterscheidet speziell Knorpelfische (Chondrichthyes), zu denen unter anderem die Haie und Rochen zählen, und Knochenfische (Osteichthyes), die alle anderen Fische umfassen. Zwei weitere Fischtaxa, die Panzerfische (Placodermi) und die Stachelhaie (Acanthodii), sind ausgestorben.

Zielfische in der deutschen Ostsee sind beim Schleppfischen Dorsch, Meerforelle und Lachs. In gleicher Reihenfolge besteht auch die Wahrscheinlichkeit eines Fanges, denn während es i. d. R. kein Problem ist, einige Dorsche ins Boot zu bekommen, so ist der Fang einer Meerforelle doch immer noch etwas Besonderes.   

 

 

Dorsch, Meerforelle und Lachs (Quelle)

Noch seltener ist die Begegnung mit einem Lachs. Obwohl in der Vergangenheit immer wieder von Fängen besonders der Berufsfischer berichtet wurde, ist Salmo Salar bis vor kurzem in der deutschen Ostsee an der Angelrute eine Rarität gewesen. Dieses hat sich inzwischen geändert, denn besonders aus dem Revier um die Insel Rügen werden seit kurzem sehr gute Lachsfänge gemeldet. Es bleibt abzuwarten, ob sich insbesondere die ostdeutsche Ostsee als gutes Lachsrevier und als Alternative zu den skandinavischen Revieren wie Simrishamn und Bornholm bestätigt.

Neben Lachs und Co. gehen aber beim Schleppfischen auch andere Fische an den Haken. So ziehen im Mai mit der Rapsblüte auch die Hornhechte an unsere Küsten, was viele Schleppangler dazu bewegt, die Saison als beendet zu erklären, denn die „Hornpieper“ können schon ganz schön nerv-raubend sein und Apex und Co. sehen nach deren Angriffen oftmals ganz schön mitgenommen aus. Wir haben allerdings in der Vergangenheit immer wieder festgestellt: wo Hornhechte beißen ist es auch nur eine Frage der Zeit, dass eine Meerforelle an den Köder geht.  

 
Hornhecht (Quelle)

Neben den Hornhechten werden beim Schleppangeln aber auch gelegentlich Exoten gefangen, wie Makrelen, Köhler, Plattfische, Seehasen….

 Makrele

 Köhler

 Seehase

 Steinbutt

(Quelle)

Zum Abschluss gehen wir noch der Frage nach: Warum interessieren Fische sich für unsere Köder und was sollten wir daher beim Fischen bedenken?

 
Drei grundsätzliche Regeln sollte der Schleppangler befolgen:

 
Regel 1
 
Fische haben drei unterschiedliche Wahrnehmungsmechanismen, Sehen, Riechen und Fühlen bzw. Hören (über das Seitenlinienorgan). Der Angler sollte versuchen, diese beim Fischen anzusprechen.

Sicht: Bewegt sich unser Köder nur wenige Meter an einem Fisch vorbei, so ist die Chance groß, dass wir diesen Fisch fangen. Das Problem ist nur, dass Lachs und Co. im Meer und in Seen i. d. R. nur wenige Meter weit sehen können. Das verschlechtert sich noch, je tiefer wir den Fisch im Wasserkörper antreffen. Daher wird der Angler, der ausschließlich auf das Sehvermögen der Fische baut, nur wenig Fische ins Boot bekommen. Zu dem Sehvermögen von Salmoniden siehe auch das Kapitel Köder .

Geruch: Der zweite Wahrnehmungsmechanismus ist bei vielen Fischen sehr gut ausgeprägt. So haben Lachse ein sehr gutes Geruchsempfinden. Das Problem hierbei ist, dass wenn z.B. der Köder 30 Ft. tief geführt wird, der Lachs aber 50 Ft. tief steht, dieser den Köder nicht riechen wird. Dieses wird nur der Fall sein, wenn der Fisch nahezu hinter dem Köder läuft. 

Druckreize/ Geräusche: Der dritte Mechanismus ist wahrscheinlich der wichtigste für uns Angler. So können Salmoniden mit ihrem sog. „Seitenlinienorgan“ Geräusche und Druckreize auch über eine größere Distanz im Wasser wahrnehmen. Diese Organe werden zu hunderten bis zu tausenden entlang der Körperseite angelegt. Bei vielen Fischen kann man sie als eine gestrichelte Linie (= Laterallinie) in der Rumpfmitte sehen, daher der Name. Die durch das Seitenlinienorgan vermittelte Wahrnehmung ist auch als Ferntastsinn bekannt. Betrachten wir das Prinzip etwas näher: An beiden Flanken läuft eine Porenreihe über den Fischleib. Diese Poren führen in einen Kanal, der sich unmittelbar unter der Haut befindet. In diesen Kanal, der mit einer schleimigen Masse ausgefüllt ist, ragen viele Sinneszellen. Die Gallertsäule im Kanal kommt durch Wasserdruckwellen in Schwingung, wodurch die Fortsätze der Sinneszellen in bestimmte Richtungen gebogen werden. Ohne diese Gallertsäule würde Wasser in die Kanäle einströmen und sich darin mit Strömungsrichtungen verteilen, die nichts mit der Richtung der Wasserdruckwellen zu tun haben. So aber wird die Gallertsäule nach vorne, hinten, oben, unten und gleichzeitig in Richtung zu den Sinneszellen mit unterschiedlicher Intensität gedrückt. Dadurch nimmt der Fisch feinste Strömungsänderungen und Wasserdruckwellen wahr, wie sie ein anschwimmender Feind oder ein Hindernis verursachen (Ferntastsinn). Sardinen z.B. nutzen das Seitenlinienorgan zum Schutz vor Fressfeinden: Die Fische bilden einen riesigen Schwarm, der sich wie ein einzelner großer Fisch verhält. Jede kleine Bewegungsänderung des Nachbarfisches führt zu einer ebensolchen bei den anderen, da schon kleinste Druckunterschiede gefühlt werden. Für uns Angler bedeutet dass, dass ein Lachs, der 30 Ft. tief steht, Futterfisch wahrnimmt, der direkt unter der Wasseroberfläche schwimmt. Der Fisch sieht den Köder nicht und er schmeckt ihn auch nicht, aber er fühlt ihn. Ist einer der Futterfische dann wohlmöglich verletzt und macht demnach unkontrollierte Bewegungen, so ist er eine leichte Beute für unseren Zielfisch. Diesen Mechanismus sollten wir uns also als aller erstes zu Nutze machen. Wenn unser Köder genau diese Bewegungen eines verletzten Futterfisches imitiert, so haben wir große Chancen, eine Meerforelle oder einen Lachs für unseren Köder zu interessieren. Daher kommt der richtigen Köderführung eine besondere Bedeutung zu.

Sicht, Geruch, Druckreiz - noch mal: diese drei Mechanismen sind die wichtigsten, die beim Fischen zu berücksichtigen sind:

Sehvermögen kann genutzt werden durch gute Sichtbarkeit von Flashern und Ködern. Hierbei spielen die Farben sicherlich eine Rolle.

Geruchssinn: kann angesprochen werden bei der Verwendung von Naturködern oder von verschiedenen Flavours

Druckreiz: Flasher und Köder können Druckreize aussenden, die von den Fischen auch aus großer Entfernung wahrgenommen werden.

Für ein Optimum an attraktivem Fischen sollten alle Mechanismen genutzt werden.

 
Regel 2

Fische da, wo die Fische sind – was sich so banal anhört ist der eigentliche Schlüssel zum Erfolg. Denn ob man ohne Informationen in einem Revier und ohne Kenntnis der Lebensweisen - so z.B. des Zugverhaltens von Lachsen – fischt, oder aber sich vorab informiert, wo z.B. die Tage zuvor Fische gefangen wurden, wird einen großen Unterschied in der Fangausbeute machen. Sicherlich wird auch derjenige, der die Nadel im Heuhaufen sucht, gelegentlich einen Fisch an den Haken bekommen, doch wird der Angler, welcher die Nadel im Nähkästchen sucht ungleich mehr Erfolg haben. Außerdem werden Salomoniden da gefangen, wo Futter ist. Das können ein Futterfischschwarm in tiefem Wasser oder auch schwärmende Seeringelwürmer in Ufernähe sein. Finde das Futter und du wirst mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Fisch fangen.

 
Regel 3

Zuletzt der wohl wichtigste Hinweis, um die Fangaussichten zu erhöhen – der optimale Köderlauf. Es bringt nichts, da zu fischen, wo der Fisch ist und auch wenig, alle Sinne des Fisches anzusprechen, wenn man dieses falsch tut. Wird der Köder so durchs Wasser geführt, dass er einen verletzten Futterfisch gut imitiert, so wird sich kein hungriger Salmonide diesen entgehen lassen. Trudelt der Köder allerdings „lustlos“ im Wasser umher oder überschlägt er sich sogar völlig unkontrolliert, so wird sich keine Meerforelle und kein Lachs an unserem Köder vergreifen. 

Letzte Aktualisierung ( Saturday, 30. June 2007 )
 
< zurück   weiter >
© 2017 Team RubberDuck - Schleppfischen auf der Ostsee
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.